Nach der Tötung des Serienmörders Hobbs zog sich Will Graham aus seinem Job als Ermittler zurück. Doch als zwei Familien auf grausame Weise ermordet wurden, gibt er dem Drängen seines Freundes Crawford nach und begibt sich auf die Spuren des Mörders. Denn niemand anderer als Will Graham ist in der Lage, sich so gut in die Seele eines Verrückten einfühlen zu können. Doch der Mörder plant seine Taten akribisch und führt sie präzise aus. So sieht sich Graham gezwungen, seinen alten Rivalen Hannibal Lecter, der mittlerweile in einer sicheren Zelle verwahrt ist, um Rat zu fragen. Doch dies bleibt von der Presse nicht unbemerkt…

Durch die großartigen Filme und die noch großartigere Serie HANNIBAL ist heutzutage fast jedermann mit den Charakteren rund um Dr. Hannibal Lecter vertraut.
Und beim Lesen merkt man auch, wie toll die Buchvorlage eigentlich umgesetzt wurde.
Die Geschichte an sich ist fließend geschrieben, auch wenn man gerade zum Ende hin das Gefühl hatte, dass der Autor vielleicht doch einen Handlungsstrang zuviel aufgemacht hat. Ansonsten sind die Charaktere glaubwürdig gezeichnet.
Allerdings mangelt es dem Buch an einer ordentlichen Korrektur. Die Übersetzung ist an einigen Stellen nicht sorgfältig durchgeführt, so dass der eine oder andere Logikfehler ins Auge springt. Von der Rechtschreibung mal abgesehen. Das ist sehr schade, denn auch, dass am Anfang des Buches auf die aktuelle Serie hingewiesen wird, gibt dem Leser eher das Gefühl, dass die Auflage einfach aus Profitgründen erstellt wurde, ohne es einer ordentlichen Korrektur zukommen zu lassen. Vor allem auch schade, da dieses Buch ja schon 1988 das erste Mal in Deutschland erschien und es in dieser Zeitspanne grundsätzlich möglich wäre, jeden Fehler zu beseitigen.

Trotz dieser Einschränkung des Lesevergnügens findet man in ROTER DRACHE einen durchaus soliden Thriller mit glaubhaften Charakteren, der aber unter seinen Längen und der Fülle an Handlungssträngen leidet.
Meiner Meinung nach basiert die Berühmtheit, sowie die Beliebtheit des Serienmörders eher auf der großartigen Verfilmung (und der schauspielerischen Leistung Anthony Hopkins), als auf der Buchvorlage.


3/5